Pestizid-Cocktails in Äpfeln

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Am 24.10.15 informierten Mitglieder der Weilheimer Greenpeace Gruppe die Passanten auf dem Marienplatz über Pestizidrückstände in deutschen Äpfeln.

Anlass war eine Untersuchung von Greenpeace, bei der in 88 Prozent der untersuchten deutschen Äpfel Pestizidrückstände nachgewiesen wurden. 60 Prozent enthielten sogar mehrere Wirkstoffe. Die geltenden Grenzwerte berücksichtigen mögliche Wechselwirkungen durch solche Cocktails jedoch nicht. Die gute Nachricht ist, dass alle untersuchten Bio-Äpfel frei von Pestiziden waren. Pestizidrückstände sind nicht nur im Endprodukt problematisch, sie können sich auch im Boden anreichern oder in Gewässer gelangen und so die Artenvielfalt gefährden oder indirekt wieder in die Nahrungskette gelangen.

Die Standbesucher waren dem Thema gegenüber sehr aufgeschlossen und forderten "ihre" Supermarktkette auf Protestpostkarten auf, auf ihre Lieferanten Einfluss zu nehmen, den Pestizideinsatz zu reduzieren. Insgesamt 330 ausgefüllte Karten wurden anschließend von Greenpeace Weilheim den Marktleitern der örtlichen Edeka-, Rewe-, Aldi-, Lidl- und Real-Filiale übergeben.

Vor Ort haben Verbraucher die Möglichkeit, ihren Wunsch nach einer giftfreien Landwirtschaft mit Protestpostkarten an ihren Supermarkt zu richten. Mit Plakaten und Flyern wird auf den extremen Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft aufmerksam gemacht. Das Lieblingsobst der Deutschen gehört mit durchschnittlich 21 Mal pro Jahr zu den meistgespritzten Früchten.

Bei dieser Informationsveranstaltung werden die Ergebnisse der Studien und Tests von Greenpeace erläutert.

Hier bereits der Hinweis auf zwei aktuelle Veröffentlichungen:

  • Von der Blüte im Mai bis kurz vor der Ernte Ende September 2015 nahm Greenpeace insgesamt 24 Stichproben an zwei Standorten im Alten Land bei Hamburg. Sieben als wahrscheinlich krebserregend eingestufte Wirkstoffe fand Greenpeace. In Äpfeln kurz vor der Ernte nahmen die Wirkstoffanzahl und -Mengen ab. Das zeigt: Wenige Rückstände im Endprodukt bedeuten nicht zwangsläufig einen geringeren Pestizideinsatz. Zu den Ergebnissen: www.greenpeace.de/zeitreihe-pestizide
  • Der aktuelle Greenpeace-Report „Europas Abhängigkeit von Pestiziden: So schädigt die industrielle Landwirtschaft unsere Umwelt“ zeigt die weitreichenden und schwerwiegenden Auswirkungen auf die Umwelt. Bewertung, Zulassung und Überwachung von Pestiziden weisen in der EU erhebliche Mängel auf. Zum Report: www.greenpeace.de/pestizide-umwelt-2015

 Weitere Informationen unter www.greenpeace.de/Essen-ohne-Pestizide